Tante Litfass

Die Nacht steht still
Der Whisky leuchtet golden
Darin ein Fisch

... an einem pinken Faden. Kulturnotizen, Alltagsimpressionen, Design-Fundstücke – eine Sammlung.

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“Das Leben ist eine fortwährende Ablenkung, die nicht einmal zur Besinnung darüber kommen lässt, wovon sie ablenkt.”

—   Franz Kafka

“Was die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit, und in dieser sich selbst, zu ertragen.”

—   Arthur Schopenhauer

“Nur im Alleinsein können wir uns selber finden. Alleinsein ist nicht Einsamkeit, sie ist das größte Abenteuer!”

—   Hermann Hesse

Zu DDR-Zeiten war es bei manch einem ein beliebter Witz, private Telefongespräche mit den Worten zu beginnen: “Wir grüßen alle Mithörenden!” Auch die Assoziation zum aktuellen NSA-Abhörskandal liegt nahe.

Doch bei dieser gut zwei Meter hohen Trichterkonstruktion des Künstlers Oliver Blomeier geht es um mehr als Abhören. Es ist der Prototyp eines strom- und elektronikfreien Hör-Sprech-Verstärkers. Die Installation, die im Rahmen des siebten Musik 21 Festivals für Neue Musik entstanden ist, steht (noch bis Montagabend, 21.7.14) auf einer Waldlichtung in der Nähe von Neuenkirchen bei Soltau. Zwei runde weiße Trichter wie die von Grammophonen und ein breiter gelber Trichter darunter – vielleicht habe Daisy Duck für dieses Werk Modell gestanden, witzelt Blomeier. “Nein, ernsthaft: Die Trichter sind als lächelndes Gesicht angeordnet, um die Kommunikationsbereitschaft des Benutzers positiv zu beeinflussen. Die grundlegende Inspiration habe ich aus einem ‘Tim und Struppi’-Heft, in dem Wissenschaftler mit so einem Mega-Trichter das Universum abgehört haben.”

Am Sonnabend, 19. Juli 2014, wurde das Kunstwerk eingeweiht und ausprobiert. Festiivalbesucher, Musiker und Blomeier selbst stehen an den Trichtern oder am Waldrand. Das Zirpen der Grillen und das Rascheln der Blätter – alles ist lauter durch die weißen Riesenlauscher. Richtet man den Hörverstärker genau aus, lassen sich auch Flüstergespräche über mehrere Meter Entfernung verstehen – und eben  durch den gelben Sprechtrichter auch kommentieren.

Eine Kommunikation über weite Entfernung wäre so möglich. Aber alle könnten mithören, was durch den Trichter gesprochen wird. Denkt man aber gar nicht so sehr daran, was im Privaten zwischen zwei oder wenigen Personen besprochen werden soll, sondern an die Kommunikation binnen einer Gruppe, wird der Trichterapparat interessant. Blomeier, Stephan Meier (Künstlerischer Leiter des Musik 21 Festivals) und ein Gast demonstrieren das: Sie benutzen alle drei Trichter als Sprachrohre und stimmen einen Kanon an. Vom Waldrand ertönt die Antwort als Ergänzung. Die Dynamik über eine weite Entfernung steht in außergewöhnlichem Gegensatz zu den meisten Kompositionen der Neuen Musik, wo Details und kondensierte Aufführungssituationen zu höchst möglicher Konzentration führen. Die Gruppendynamik und die Weitläufigkeit des Happenings führen alle Beteiligten zugleich wieder näher zusammen.

Weitere Effekte und Möglichkeiten des Hör-Sprech-Verstärkers können ausprobiert werden, wenn das Werk beim diesjährigen Hannoverschen Fest “Neue Kunst in alten Gärten” ausgestellt wird.

“Gebt mir ein Erdloch, ich will hier weg.”

… immer …

Have a nice weekend everybody!

“Hohe Ideale schließen niedere Beweggründe keineswegs aus.”

—   Wolfgang Mocker
und ich so …

oh-good-life:

Don’t be afraid of change. You may end up losing something good, but you will probably end up gaining something better.

(Quelle: staypozitive, via oh-good-life)

It’s possible to see the sun and the rain, the beauty and the beast in one and the same.

“Wer zwischen allen Stühlen sitzt, wird schlimmstenfalls vermöbelt.”

—   Alexej Jevgeni Markov