Shit. Ich brauch neue Druckplatten im Keller. Es gibt neue Fünfer!
Vergib dem Apfel.
Er ist Natur – wie du.
Änder nur den Sinn.
An alle Weltenbummler und Kulturliebhaber meine Empfehlungen fürs Wochenende …
(Poster by Kiryk Drewinski | Flyer by Marina Grimme | pic by me)
Tav Falco & the unaproachable Panther Burns (Konzert)
Psychedelic Bluesrock, Rockabilly, groß rausgekommen in den 70ern und doch bis heute Underground geblieben, in Musik und Habitus schön verschroben, musikalisch vom Feinsten mit drums: Giovanna Pizzorno, strings: Grégoire Garrigues, bass: Laurent Lanouzière, keys: Raffaele Santoro Darshan. Tav Falco himself hat gelernt von den Größen des Mississippi-Delta, Anzüge, Budapester und der standardisierte Griff zum großzackigen Kamm, um die Haartolle nach hinten zu zwingen sind 50th Attitüden und dazu eine unterhaltsam freakige Bühnenshow mit Bauch- und Paartanz, viel Screamin J Hawkins und ein bisschen Romantik á la Sinatra. Am 8. Juni habe ich Panther Burns in Hannover live erlebt, ja erlebt – ein phantastischer Abend. Daher meine Empfehlung:
Sa, 15.6. Frankfurt/DAS BETT + BEES VILLAGE & DJ Robert Herz
So, 16.6. Waardam (Belgium)/MUDDY ROOTS FESTIVAL
1. Tweed Ride in Hildesheim (Fahrradrundfahrt und Stadtfest)
Für alle Vintage-Liebhaber, für alle, die sich entweder gern im Stile der 1920er kleiden oder einen Faible für Jahrhundertwende-Fahrräder haben oder beides – die erste historische Fahrradtour im Rahmen des Stadtfestes von Hildesia. In den vergangenen Wochen habe ich die Zeitung gelayoutet, die zum Tweed Ride herausgegeben wird und Informationen zum Tweed Ride sowie die Streckenkarte für die Teilnehmer*innen zur Verfügung stellt. Daher meine Empfehlung:
Treffpunkt ist am Sonntag, den 16.6.13 um 11.00 Uhr am Andreasplatz in Hildesheim.
Start: 12.00 Uhr
Picknickpause, very british mit Picknickkörben und Musik vom Grammophon: 13.00 - 15.00 Uhr an der Domäne Marienburg
Rückfahrt: 15.00
Zieleinlauf ist auf dem Marktplatz um 16.00 Uhr mit Siegerehrung und Abschlussprogramm.
Herrenhäuser Gärten leuchten
Einlass in die Herrenhäuser Gärten in Hannover ist ab 20 Uhr für 4€ p.P. und wenn die Nacht hereinbricht (22 Uhr) gibt’s eine Stunde lang Barockmusik, Lichtakzente in Hecken, Bäumen und den Wasseranlagen, die Wasserspiele plätschern, leuchten und man kann wunderbar flanieren, spazieren wie Loui XIV., sitzen, lauschen, die romantische Ader rauslassen. Letzten Sonntag war ich selbst dort, wandelnd zwischen den Welten, ab und an der Gedanke: Wie herrschaftlich man sich fühlt, auch ohne weit ausgestellte Rüschenkleider, allein durch den Blick vom Haupthaus über die Glockenfontäne zur großen Fontäne weiter hinten im Garten, rechts und links davon die Ästhetik der Symmetrie. Daher meine Empfehlung:
Fr, 14.6. und So, 16.6. / Alte Herrenhäuser Straße 1, 30419 Hannover
Tav Falco (himself) & The unaproachable Panther Burns (drums: Giovanna Pizzorno, strings: Grégoire Garrigues, bass: Laurent Lanouzière, keys: Raffaele Santoro Darshan)
BRAZIL in Hannover, at Lux, Sat. the 8th of June 2013.
Tav Falco (Musiker, Dokumentarfilmer, Schauspieler, Psychedelic-Blues-Rock, Panther Burns) hat ein Buch geschrieben: Ghosts Behind The Sun.
Dienstag, 4.6.13, in der Galeria Lunar in Hannover-Linden:
Lesung mit Bildern. Texte auf A4-Zetteln und bei jeder Seite der irritiert forschende Blick, ob der Text nun auf der Rückseite weitergeht oder auf dem nächsten Blatt. Bilder, die auf eine Leinwand projiziert werden, und das Kabel, das nötig ist, um den Beamer unter der Decke mit dem Laptop auf dem Bartisch zu verbinden, hängt mitten im Raum, mitten vor seinem Gesicht. Bilder, die auf eine Leinwand projiziert werden, und entweder Tav’s Haus mit den meterhohen Sonnenblumen, die einen Sichtschutz bilden sollten, zeigt – oder eine historische Landkarte von Tennessee von history-maps.com, wo sich allerlei Karten für den Schulunterricht runterladen lassen.
Der Schulunterricht, der hier vollführt wird, weil der Text wenig erzählt und viel erklärt. Und der Text, der durch die Geschichte reist, als gäbe es kein reales Ich, keinen Tav, der tatsächlich eine Zeit lang in Memphis gelebt hat, und die Stadt tatsächlich erlebt hat und das, was von der Blues-Ära übrig geblieben ist, erlebt hat.
Der Text, der sich nicht entscheiden kann, ob er Autobiografie einer Stadt-Mann-Beziehung oder Geschichtsbuch sein will.
Der Singsang der weich und dicht ausformulierten Worte. Und ab und zu der Gesang, ohne Instrumente, ohne Band, ein Gesang, wie der eines Vaters am Bett seiner Kinder.
Der grün schimmernde Anzug mit passender Krawatte – wie ein Reptil, die Ray Ban-Brille, die sich über sein Gesicht wölbt und die Augenpartie umschließt, die klassisch schwarz-weißen Budapester und der silberne Totenkopfring an der linken Hand. Tav ist klein und nicht so bluesrocker-rotzig, arrogant und unnahbar wie ich dachte. Tav ist zahm, fast unsicher, einer der fragt: Shall I read more? und sagt Yes, I totally enjoyed this evening, dear! Dieser Abend, an dem nur fünf Leute seinen Worten lauschen wollten.
Vielleicht wird’s Sonnabend voller, auf jeden Fall rhythmischer:
Konzert
Sa, 8.6.13, offizieller Beginn 20 Uhr (inoffiziell wohl kaum vor 22 Uhr)
Lux Club, Schwarzer Bär, Hannover